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Der knapp eine Autostunde von Innsbruck entfernte Stubaier Gletscher bietet seinen Besuchern im Sommer viele Wander- und Klettermöglichkeiten. Der Anspruch an die neu errichtete Plattform ist daher vorwiegend die Vitalisierung des Übergangs- und Sommertourismus. Im Hochwinter wird die Plattform je nach Wetterverhältnissen begehbar gemacht. Mit der Seilbahn erreicht man direkt die Bergstation Schaufeljoch auf 3160m. Der Weg zur Gipfelplattform beginnt direkt beim Ausstieg aus der Gondel. Über mehrere Treppen steigt man auf den Grat zum Großen Isidor. Nach weiteren 70m in natürlichem Gelände erreicht man die Plattform.

Der Große Isidor steht zentral im Stubaier Gletscher und teilt das Skigebiet in einen westlichen und östlichen Teil. Erst durch die Erschließung ist ein Rundumblick auf den gesamten Gletscher und 109 Dreitausender der Tiroler Alpen möglich geworden. Die Plattform eröffnet aber auch einen durchaus kritischen Blick auf Klimawandel und Gletscherschmelze.Durch Inszenierung und Überzeichnung der vorhandenen Topografie entsteht aus Landschaft geformte Architektur - künstliche Landschaft - sie vermittelt zwischen Dynamik und Statik und ist Teil ihrer Transformation. Eine Konstruktion in Wechselwirkung mit der Landschaft, sie beeinflussen und prägen sich gegenseitig.

Die Aussichtsplattform am Isidor ist Zeichnen im Schnee, ist Architektur als Gratwandler.

Weg und Plattform liegen im brüchigen Fels, sechs Monate im Jahr werden die Lamellen im Schnee verschwinden. Nur die über der Nordwand auskragenden Schwerter bleiben das ganze Jahr über sichtbar. Fast wie eine Skizze legen Wind und Sonne die Stahllamellen als zarte Linien an der Oberfläche frei. Die Struktur der Stahlkonstruktion verwandelt sich durch die extreme Witterung des Gletschers, bietet Halt für Formen aus Eis und Schnee. Der Fels besitzt durch den hohen Eisenanteil eine starke Rotfärbung. Er ist sehr stark texturiert und geschichtet was ihm seinen eigenen Charakter verleiht.

Die Montage erfolgte zur Gänze mit dem Hubschrauber. Die Anpassung der Bauteile an die Lastengrenze des Helikopters war ein wesentlicher Teil der Entwurfsoptimierung. Hoher Vorfertigungsgrad, einfachste Montagestöße und Passgenauigkeit sind unter den erschwerten Bedingungen auf 3200m Höhe unbedingte Notwendigkeit. Da die gesamte Baustelleneinrichtung, Betonarbeiten sowie die Montage aller Bauteile mit dem Helikopter durchgeführt wurden, war die unmittelbare Wetterabhängigkeit ein einzukalkulierender Planungsfaktor.

 

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Projekttyp: 
Sonderbauten
Projektlaufzeit: 
04.2007 - 06.2009
Bauzeit: 
07.2008 - 06.2009
Standort: 
Stubaier Gletscher
Österreich
Auftrag: 
Direktauftrag
Leistungsphasen: 
HOA PL§3 1-8 + ÖBA + SiGeKo, HOAI OP§33 1-9 + SiGeKo
Status: 
fertiggestellt
Architektur: 

Entwurf: Kathrin Aste, Frank Ludin

Ausführung: Kathrin Aste, Frank Ludin, Thomas Feuerstein

Konsulenten: 

Statik: aste weissteiner zt-gmbh, Innsbruck
Bodenmechanik: Ingenieurbüro Wietek, Innsbruck

Projektbild
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